Die äußere Wunde schließt sich meist innerhalb von zwei bis drei Wochen. Die vollständige Narbenreifung dauert etwa zwölf Monate, manchmal auch länger. In dieser Zeit wird die Narbe in der Regel blasser, weicher und flacher. Der genaue Verlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Wie entsteht die Narbe nach einer Mastektomie?
Eine Mastektomie, also die vollständige Entfernung der Brustdrüse, ist für viele Betroffene ein einschneidendes Erlebnis, körperlich wie seelisch. Nach nahezu jedem operativen Eingriff bleibt eine Narbe zurück, so auch nach einer Brustkrebs-OP. Wo genau sie verläuft und wie ausgeprägt sie ist, hängt vom gewählten Verfahren ab.
Auch wie eine Narbe später aussieht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Eine Rolle spielen der Umfang der Operation, die Nahttechnik, die individuelle Wundheilung und der Hauttyp. Eine sichtbare Narbe ist kein Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen ist. Sie gehört zur normalen Heilung.
Auch bei brusterhaltender OP
Auch nach einer brusterhaltenden Operation, bei der der Tumor entfernt und gesundes Brustgewebe bewahrt wird, bleiben Narben zurück. Die Pflegetipps auf dieser Seite gelten für beide Operationsformen.
Wie heilt die Narbe? Die Phasen im Überblick
Die äußere Wunde schließt sich meist innerhalb von zwei bis drei Wochen. Die eigentliche Narbenreifung dauert deutlich länger: Das Gewebe baut sich über etwa zwölf Monate um, manchmal auch länger. Ein Spannen, Jucken oder Taubheitsgefühl in den ersten Wochen ist meist normal, weil bei der Operation kleine Nerven durchtrennt wurden.
Fäden oder Klammern werden entfernt, die äußere Wunde verschließt sich.
Was jetzt gut tut:Wunde trocken und sauber halten, Anweisungen des Behandlungsteams folgen, weiche Wäsche tragen.
Die Narbe ist oft gerötet, fest und empfindlich. Das Gewebe baut sich aktiv um.
Was jetzt gut tut:Mit Pflege und sanfter Massage beginnen (nach ärztlicher Freigabe), Sonne meiden, Reibung vermeiden.
Die Narbe wird meist blasser, weicher und flacher und erreicht ihr endgültiges Aussehen.
Was jetzt gut tut:Pflege und Massage weiterführen, Narbe weiterhin vor starker Sonne schützen.
Alle Zeitangaben sind Richtwerte – der Verlauf ist individuell.
Narbenpflege nach der Brustkrebs-OP
Eine gute Narbenpflege kann dazu beitragen, dass die Narbe geschmeidig bleibt und mit der Zeit weniger auffällt.
Wichtig ist, mit der Narbenpflege erst zu beginnen, wenn die Wunde vollständig geschlossen ist, die Fäden gezogen sind und keine Wundflüssigkeit mehr austritt. Das ist meist etwa zwei bis drei Wochen nach der Operation der Fall. Besprechen Sie den richtigen Zeitpunkt mit Ihrem Behandlungsteam, besonders wenn eine Strahlentherapie geplant ist oder läuft.
Feuchtigkeit geben:Cremen Sie die Narbe täglich dünn mit einer parfümfreien, rückfettenden Creme oder einem Narbengel ein. Das hält das Gewebe geschmeidig und lindert oft Spannungsgefühle und Juckreiz.
Silikonauflagen oder -pflaster:Sie können dazu beitragen, dass die Narbe flacher, weicher und blasser wird. Damit sie wirken, sollten sie über mehrere Monate viele Stunden am Tag getragen werden.
Sanfte Kompression als Ergänzung:Gleichmäßiger, leichter Druck durch Kompressionstextilien kann die Narbenreifung zusätzlich unterstützen und hält Silikonauflagen sicher an ihrem Platz.
Vor Sonne schützen:Frisches Narbengewebe hat keinen eigenen UV-Schutz und kann sich dauerhaft verfärben. Decken Sie die Narbe in den ersten Monaten ab oder verwenden Sie Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor.
Hitze und Reibung vermeiden:Verzichten Sie in der ersten Zeit auf Sauna und sehr heiße Bäder. Achten Sie auf Kleidung, die nicht auf der Narbe scheuert.
Von Silikonauflagen bis Kompressionstextilien: Unsere Produkte zur Narbentherapie unterstützen sanft die Heilung und die Narbenpflege im Alltag.
Narbe massieren: So gelingt die Narbenmassage
Eine sanfte Narbenmassage kann das Gewebe geschmeidig halten und Verhärtungen vorbeugen. Beginnen Sie erst, wenn die Wunde vollständig verheilt ist und fragen Sie vorher Ihr Behandlungsteam, vor allem während oder nach einer Bestrahlung.
Waschen Sie sich die Hände und nehmen Sie etwas Creme oder Öl.
Massieren Sie die Narbe mit den Fingerkuppen in kleinen, kreisenden Bewegungen mit sanftem Druck.
Verschieben Sie die Haut neben der Narbe leicht zur Narbe hin. Ziehen Sie die Narbe nicht auseinander.
Ein paar Minuten täglich reichen aus. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer.
Tut die Massage weh, hören Sie auf und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
In vielen Fällen kann Ihnen eine Physiotherapeutin die richtige Technik einmal persönlich zeigen. Fragen Sie in der Reha oder in Ihrer Frauenarztpraxis danach.
Sanfte Wäsche und Versorgung nach der Brustentfernung
In den ersten sechs bis acht Wochen nach der Brustkrebs-OP ist die Haut rund um die Narbe besonders empfindlich. Weiche Erstversorgungs-BHs ohne Bügel, mit breiten Trägern und flachen Nähten schützen die frische Narbe vor Irritation und Reibung und geben trotzdem sicheren Halt.
Wenn Sie möchten, können Sie in dieser Zeit auch eine leichte Erstversorgungsprothese aus weichem Textil oder Schaumstoff tragen. Sie liegt sanft an, bis der Narbenbereich belastbarer ist. Später kann sie durch eine Silikon-Brustprothese ersetzt werden.
Gut zu wissen: Rezept & Krankenkasse
Brustprothesen und Prothesen-BHs gelten in der Regel als Hilfsmittel. Die Krankenkasse kann die Kosten ganz oder teilweise übernehmen, wenn eine ärztliche Verordnung (Rezept) vorliegt.
Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Rezeptanspruch nach Brustkrebs und in unserer Anleitung zur Rezeptbestellung.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
Die meisten Narben heilen ohne Probleme. Lassen Sie sich aber ärztlich beraten, wenn Sie eines dieser Zeichen bemerken:
Die Narbe wird zunehmend rot, heiß, geschwollen oder nässt.
Sie haben Fieber oder stärker werdende Schmerzen.
Unter der Haut sammelt sich spürbar Flüssigkeit (ein sogenanntes Serom).
Die Narbe wird dicker, wulstig und juckt stark. Das kann eine hypertrophe Narbe oder ein Keloid sein. Dafür gibt es ärztliche Behandlungsmöglichkeiten.
Ihr Arm oder Ihre Brustwand schwillt an oder fühlt sich schwer an. Lassen Sie ein mögliches Lymphödem abklären.
Auch seelisch darf die Narbe Thema sein: Wenn Ihnen der Anblick schwerfällt oder Sie belastet sind, kann psychoonkologische Unterstützung guttun. Ihr Behandlungsteam nennt Ihnen Anlaufstellen.
Mit der Narbe leben: Geben Sie sich Zeit
Eine Mastektomie-Narbe verändert sich über viele Monate und auch der eigene Blick auf sie braucht Zeit. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie sich der Narbe langsam nähern: erst berühren, später betrachten, irgendwann pflegen und massieren. Finden Sie hier ihr eigenes Tempo.
Nach einer Mastektomie ist die Brustwand oft nicht ganz eben, zum Beispiel durch Narbengewebe oder kleine Vertiefungen. Wenn Sie eine Brustprothese tragen möchten, gibt es dafür eine passende Lösung: Vollprothesen, deren Rückseite sich individuell anpassen lässt. So schmiegt sich die Prothese an Unebenheiten an und sitzt angenehm und sicher.
Haben Sie Fragen?
Ob Erstversorgung, Prothese oder einfach eine offene Frage zur Narbe: Unser Team nimmt sich Zeit für Sie und berät Sie einfühlsam und diskret. Als zertifiziertes Sanitätshaus rechnen wir für gesetzlich Versicherte direkt mit Ihrer Krankenkasse ab.
Häufige Fragen zur Mastektomie-Narbe
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte besprechen Sie Fragen zu Ihrer Narbe und Ihrer Behandlung immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): Brustkrebs – Operation
- Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V.: Narben – Linderung von Nebenwirkungen
- Stiftung Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber – Brustkrebs
- S3-Leitlinie Mammakarzinom (AWMF-Registernummer 032-045OL)
- S2k-Leitlinie Therapie pathologischer Narben – hypertrophe Narben und Keloide (AWMF-Registernummer 013-030)