Geschichte der Dessous

Noch nie waren Dessous so sexy und erotisch, so verspielt und romantisch, so frivol und verführerisch wie heute. Kein Kleidungsstück ist unserer Haut so nah, weckt mehr Phantasien und Träume, verleiht so viel Selbstbewusstsein, verbirgt und offenbart gleichzeitig so viel wie die Dessous… Doch der Weg vom simplen Lendenschurz hin zu spitzenbesetzten, verführerischen Dessous war ein langer und beschwerlicher und wurde von vielen grundlegenden Veränderungen geprägt. Die spannende Geschichte der Dessous spiegelt sowohl die kulturelle Entwicklung als auch bedeutende gesellschaftliche Umwälzungen im Laufe der Jahrhunderte wider.

Die Anfänge der Dessous

Schon die alten Römer, Ägypter und Griechen kannten eine Art Unterwäsche, die jedoch ausschließlich zur Verhüllung der weiblichen Formen und als Schutz diente. Doch die alten Griechinnen waren schon damals erfindungsreich und kreierten eine unter der Brust geschnürte Binde aus Leder oder Stoff, um die Brüste vorteilhaft zu betonen. Bereits im Altertum trugen die Frauen die ersten mit Eisendraht, Fischbein oder Weidenruten verstärkten Korsetts, um ihren Körper in Form zu bringen.

In der Renaissance um 1500 galt dann die Devise "Rundungen zeigen". Taille und Busen wurden durch um die Hüften geschlungene Tücher und ausladende Reifröcke betont. Um die Hüfte durch eine schmale Taille noch besser zur Geltung zu bringen, wurde das Schnürmieder erfunden.

Bis ins 18. Jahrhundert schnürten sich Frauen in enge Schnür- und Taillenmieder, die Vorläufer der Korsetts. Die Taille wurde so zum Blickpunkt, dies jedoch häufig auf Kosten der Gesundheit. Nicht selten fiel die Damenwelt bei dieser engen Schnürung wegen Luftnot in Ohnmacht, die Bewegungsfreiheit war eingeschränkt und die Wirbelsäule verformte sich, da die Knochen durch die enge Schnürung Richtung Hals gedrückt wurden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde der erste Vorläufer des heutigen Büstenhalters von der Dresdnerin Christine Hardt patentiert.

Die Entwicklung der Dessous im 20. Jahrhundert

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein reicht die Geschichte des Korsetts, bis der Triumphzug der heutigen Dessous durch den Art-Déco-Stil und den Pariser Modeschöpfer Paul Poiret seinen Ursprung nahm. Die Röcke wurden enger und kürzer, Hüftgürtel waren en vogue, Frauen entwickelten ein ganz neues Selbstbewusstsein. Im Ersten Weltkrieg kam die rasante Entwicklung der Dessous erst einmal zum Erliegen. Doch immer mehr Frauen wollten das Gefühl ihrer Weiblichkeit und Sinnlichkeit, ihren Komfort und ihre Freiheit bewahren und weigerten sich, einschnürende Korsetts zu tragen. Auch wenn die Dessous, die zu Zeiten des Ersten Weltkriegs noch aus reinem Leinen hergestellt wurden, das billig und waschbar war, noch nichts von der sinnlichen Verführung der heutigen Dessous hatten, genossen die Frauen ihre neu errungenen Freiheiten. In den 1930er Jahren lösten Seide, Batist und Musselin billiges Leinen ab. Weibliche Rundungen wurden durch hauchdünne, zarte Stoffe betont. Ende der 1930er Jahre revolutionierte die Erfindung der Gummifaser, die zugleich Dehnbarkeit und festen Halt versprach, die Welt der Dessous. Körperbetont und stützend zugleich, elastisch und  bequem – so komfortabel waren Dessous noch nie!

Dessous nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Zeiten des Zweiten Weltkriegs bescherten der Geschichte der Dessous wieder einen Stillstand. Niemand konnte sich mehr seidene Unterwäsche leisten, die Wäsche- und Miederfabrikanten bekamen keine Rohstoffe mehr, schlichte Baumwollunterwäsche war angesagt.
Die Jahre des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg revolutionierte die Welt der Dessous dafür umso mehr mit neuartigen Innovationen. Erstmals hatten die Büstenhalter mit Fischbein oder Metallbügeln verstärkte Körbchen. BHs bestachen durch ihre Vielseitigkeit – rund oder spitz, mit rückseitigem oder vorderseitigen Verschluss, wattiert, modelliert oder verstärkt – und auch der Push-Up-BH war geboren. Dessous-Hersteller spezialisierten sich auf leichte, transparente und elastische Unterwäsche aus Lycra. Verziert mit Perlen, Spitze oder Stickereien, verspielt, romantisch oder sexy, frivol oder sinnlich - ab jetzt hieß es endgültig nicht mehr Unterwäsche, sondern Dessous!
So triumphal die Erfindung des BHs auch war, so sehr protestierten Frauenrechtlerinnen in den 1960er Jahren gegen diese offensive Unterdrückung der Weiblichkeit. Die Emanzipation hielt Einzug in der Damenwelt und gipfelte in der öffentlichen Verbrennung einengender Dessous. In den 1970er Jahren dominierte das Frauenbild der Kindfrau - burschikos, schüchtern und bloß nicht zu feminin. Schlichte Unterwäsche war angesagt. Erst in den 1980er Jahren starteten die Dessous zu ihrem triumphalen Siegeszug. Ab sofort waren Glamour und Luxus, atemberaubende Dekolletees mit edlen Luxus-Dessous und Brüste betonende Wonderbras angesagt.

Einzigartige Vielfalt der Dessous

Heute ist die Welt der Dessous so vielfältig wie nie zuvor: Funktionelle, atmungsaktive, haltgebende Dessous auf der einen Seite und schlichte Trend-Dessous auf der anderen. Weiter sexy Dessous, die an erotischer Wirkung kaum zu übertreffen sind: verführerisch und aufreizend, frech-frivol, aufreizend und luxuriös – solche Dessous wecken Wünsche, Träume und Phantasien, betonen die Weiblichkeit und die Sexualität, kleiden die Trägerin nicht nur, sondern schmücken sie. Kurz: Hochwertige Dessous tragen wesentlich zum Selbstbewusstsein einer jeden Frau bei!